Kleine Chronik der Tagesheimschule
an der Hochstraße
In "München und seine Bauten" heißt es: "Das Kinderasyl wurde in den Jahren 1888/89 durch den städtischen Baurat Hartwig Eggers auf einem 2,16 ha großen Areal erbaut. Die Anstalt besteht aus einem Haupt- und einem Nebengebäude. Das Hauptgebäude ist ein dreigeschossiges, unterkellertes Bauwerk mit vier Turn- und Beschäftigungssälen, acht Schlafsälen, einem Speisesaal, einer katholischen Kapelle, einem protestantischen Betsaal, einer Kochküchenanlage und Wohnungen für den Direktor und das Pflegepersonal. Das Nebengebäude enthält die Wäscherei und die Stallung für 10 bis 12 Kühe. Der zur Anstalt gehörende Garten mit einem Flächeninhalt von rund 19.000 qm dient zum Teil als Parkanlage mit Spielplätzen für die Zöglinge, zum Teil dem Gemüsebau für den Bedarf der Anstalt. Die bauliche Ausgestaltung des Kinderasyls ist mit Ausnahme der Fassaden des Hauptgebäudes, die in reicherer Gliederung in Barockformen gehalten ist, einfach. Die Wände der Räume sind getüncht, Fußböden der Säle und Wohnungen mit Eichenriemen belegt, die Fenster und Türen aus Fichtenholz hergestellt und gestrichen. Die Gesamtkosten der Anstalt betrugen rund 410.000 Goldmark, wovon rund 78.000 Goldmark auf die innere Einrichtung entfallen."
1989, das Haus ist zwar als Waisenhaus bzw. als Kinderasyl errichtet, es wird aber gleichzeitig als Schule genützt.
1961, das ehemals als Kinderasyl gebaute Haus ist nun schon längst in "Münchner-Kindl-Heim" umbenannt worden. Für die Bewohner des Heims wurde ein neues, weitläufiges und modernes Haus gebaut (Oberbiberger Straße 45). Als die Kinder und Jugendlichen umgezogen sind, steht das Haus für neue Aufgaben zur Verfügung. Der Stadtrat beschließt, das Haus in eine Schule umzubauen und eine erste öffentliche Tagesheimschule einzurichten.
1963, am 3. September, eröffnet die Abteilung Tagesheim der Volksschule am Simon-Knoll-Platz ihre Pforten.
1968, im Rahmen der Schulreform, wird aus der Abteilung Tagesheim die eigenständige Grund- und Hauptschule mit Tagesheim an der Hochstraße.
1971, wird mit einem Schreiben des Kultusministeriums vom 6. Oktober "die THS als Versuchsschule in die Untersuchung des Freistaates Bayern über Ganztags- und Tagesheimschulen einbezogen."
Inhalt des Schulversuchs waren:
- Aufgabenerledigung in der Schule - neue Arbeitsformen
- 5-Tage-Woche
- mehr Zeit und freiere Formen für Sport und Spiel
- Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern
- Ausbau der Schülermitverwaltung
- Engere Zusammenarbeit von Eltern und Schule
- Schulmahlzeit
1973, der Schulausschuss legt fest, dass der Schulsprengel auf das Schulgrundstück begrenzt ist. Dadurch können Schüler aus dem ganzen Stadtgebiet aufgenommen werden.
1985, der ursprünglich geplante Erweiterungsbau wird nicht durchgeführt. Dafür werden das bestehende Schulgebäude in drei Bauabschnitten saniert und neue Fachräume eingerichtet.
1988, zum 25jährigen Jubiläum, sind die Bauarbeiten nahezu abgeschlossen. Der seit mehr als 10 Jahren projektierte Turnhallenbau wird im Herbst begonnen.
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Literaturhinweis:
Aus der Festschrift "25 Jahre Tagesheimschule an der
Hochstraße" vom November 1988, hergestellt unter
der Mitarbeit von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Ehemaligen
und allen Mitarbeitern des Hauses im Schuljahr 1987/88.









