Erklärung der Auer Straßennamen
| Ackerstraße 1861: Nach den einst östlich der Au gelegenen Äcker, zu denen die Straße führte. |
|
| Albanistraße 1877: Francesco Albani (1578-1660), ital. Maler; schuf Fresken und Altarwerke in Bologna und Rom. |
|
| Am Feuerbächl 1857: Nach dem hier 1806 gebauten Abwasserkanal, der als Löschwasserreservoir diente. |
|
| Am Herrgottseck 1984: Erinnert an die früher in der Au häufig an Hauswänden angebrachten Kruzifixe sowie an einen im Krieg dort zerstörten "Herrgottskramer". |
|
| Am Lilienberg um 1700: Nach dem dort ab 1700 errichteten Nonnenkloster, das 1802 aufgehoben wurde. Siehe auch Lilienstraße ... |
|
| Am Neudeck 1857: Nach dem Jagdschlösschen Neudeck des Herzogs Wilhelm IV., das 1660 zum Paulaner Kloster kam (heute nicht mehr vorhanden). |
|
| Am Nockherberg 1857: Nach der Bankiersfamilie Nockher, die seit dem frühen 18. Jahrhundert in München wohnhaft war; die Familie besaß ein Sommerhaus, das sogenannte Nockherschlösschen, an dieser Bergstraße; das Schloss wurde 1858 zu einer Wirtschaft umgebaut und 1903 abgebrochen. Siehe auch Nockherstraße ... |
|
| Am Wageck 1958: Nach dem ehemaligen Adelssitz und Weiler Wageck, im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. |
|
| Asamstraße 1877: Nach den Brüdern Cosmas Damian Asam (1686-1739), Maler Architekt, Stuckateur, und Egid Quirin Asam (1692-1750), Bildhauer, Maler, Stuckateur; beide waren berühmte Künstler des Barocks und Rokokos mit Einfluss bis zum Rhein, nach Böhmen und Schlesien; u. a. Bau und Ausstattung der Münchner Asamkirche (Johann-Nepomuk-Kirche) sowie der Klosterkirchen Weltenburg, Rohr, Aldersbach und Osterhofen. |
|
| Auerfeldstraße 1856: Nach den umliegenden Auen, führte früher in die in der oberen Au gelegenen Felder. |
|
| Aurbacherstraße 1898: Ludwig Aurbacher (1784-1847), Schriftsteller aus dem bayerischen Allgäu; schrieb das "Volksbüchlein" (1827-1829), darin enthalten die "Abenteuer von den sieben Schwaben". |
|
| Barnabasstraße 1956: Pater Barnabas Still (1750-1797) war Braumeister des einstigen Paulanerklosters in der Au und der "Erfinder" des Salvators. |
|
| Bereiteranger 1900: Nach einer einstigen Wiese, die zur Pferdedressur benutzt wurde. |
![]() |
| Boosstraße 1877: Roman Anton Boos (1733-1810), Bildhauer; war von 1770 bis 1806 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in München, am Ende des 18. Jahrhunderts Münchens bedeutenster Bildhauer, der den Übergang vom Rokoko zum frühen Klassizismus markierte (profane Stein- und Marmorplastik). |
|
| Claude-Lorrain-Straße 1877: Claude Lorrain, eigentlich Claude Gellée, genannt Le Lorrain (1600-1682), franz. Landschaftsmaler; seine Werke wurden im 19. Jahrhundert zum Vorbild für die späteren romantischen und frühimpressionistischen Maler. |
|
| Dollmannstraße 1897: Georg von Dollmann (1830-1895), Architekt; Schüler von Leo von Klenze, seit 1868 Hofarchitekt König Ludwigs II. von Bayern, ab 1872 Königl. Hofbaurat (fiel 1882 in Ungnaden); baute Schloss Linderhof (1874-1878) und begann den Bau von Herrenchiemsee (1878 ff.). |
|
| Drächslstraße 1883: Drächsl (Draechsael) heißt ein altes Münchner Patriziergeschlecht des 14. Jahrhunderts (ein Marquart Draechsael ist in einem Dokument der 36 Münchner Räte vom 10. Februar 1318 genannt). |
|
| Edlingerplatz um 1890: Josef Georg Edlinger (1741-1819), Maler; war ab 1781 Bayer. Hofmaler, malte Porträts von den Mitgliedern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. |
|
| Edlingerstraße um 1890: Siehe Edlingerplatz ... |
|
| Eduard-Schmid-Straße (ehemals Frühlingsstraße) Der Frühling war von 1872 bis 1946 Namenspatron der Straße. 1946: Eduard Schmid (1861-1933); Redakteur der "Münchner Post"; seit 1899 für die SPD im Stadtrat, ehrenamtlicher 1. Bürgermeister in München von 1919 bis 1924, SPD-Stadtrat von 1925 bis 3. April 1933; Ehrenbürger der Stadt München. |
|
| Entenbachstraße 1857: Nach dem Wasserarm der Isar, der früher ein Tummelplatz für die vielen Enten der dort wohnenden Züchter und Händler war. |
|
| Enzenspergerstraße 1914: Joseph Enzensperger (1873-1903) war der erste Wetterwart auf der Zugspitze. |
|
| Falkenstraße 1957: Nach der früher zu Haidhausen gehörenden Falkenau, die nach der Falknerei benannt war, welche im 16. Jahrhundert dem Jagdschlösschen von Herzog Albrecht V. angefügt wurde. |
|
| Fischerweg 1934: Nach den früher hier ansässigen Fischern. |
|
| Franziskanerstraße 1897: Nach dem seit 1878 dort befindlichen Sommerbierkeller der nahe gelegenen Franziskanerbrauerei. |
|
| Franz-Prüller-Straße 1956: Franz Prüller (1805-1879) war Souffleur am Residenztheater und ein erfolgreicher Münchner Volks- und Theaterschriftsteller. |
|
| Freudenbergerweg 1991: Josef Freudenberger (1854-1928), Arzt; er war seit 1909 Armenarzt für den (damaligen) 5. und 17. Stadtbezirk; er hat sich außerdem um die Erforschung der Geschichte der Au verdient gemacht; von ihm sind erschienen "Aus der Geschichte der Au" und "Die alte Au", die im wesentlichen die Verhältnisse vor 1800 behandeln. |
|
| Frühlingsanlagen Der Frühling war von 1872 bis 1946 Namenspatron der jetzigen Eduard-Schmid-Straße. Aus dieser Zeit stammt auch der Name der Frühlingsanlagen. |
|
| Gebsattelstraße 1897: Lothar Karl Anselm Joseph Freiherr von Gebsattel (1761-1846), ehemaliger Domdechant in Würzburg, war 1818 erster Erzbischof (geweiht erst 1821) der neuerrichteten Erzdiözese München-Freising; Gebsattel war seit 1806, als Würzburg als Großherzogtum an Ferdinand von Toskana fiel (bis 1814), Gesandter der neuen Würzburger Herren am königlichen Hof in München. |
|
| Sanierung der Brücke über die Gebsattelstraße ... | |
| 2004 - 1. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| 2005 - 2. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| 2007 - 3. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| 2008 - 4. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| 2010 - 6. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| 2011 - 7. Münchner Seifenkistlrennen ... | |
| Giesebrechtstraße 1908: Friedrich Wilhelm von Giesebrecht (1814-1889), Historiker; ab 1858 Mitglied der von König Max II. gegründeten Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften; 1862 Ruf an die Universität München; wirkte auch als Mitglied des Obersten Schulrats für eine Neuordnung des bayerischen Schulwesens; große Popularität erreichte sein Lebenswerk "Geschichte der deutschen Kaiserzeit" (bis Friedrich Barbarossa; stark romantisch verklärt). |
|
| Hiendlmayrstraße 1901: Sebastian Hiendlmayr (gest. 1899), Privatier; er stiftete eine große Summe zugunsten der Giesinger Pfarrkirche und des städtischen Waisenhauses. |
|
| Hochstraße 1857: Nach der Lage der Straße auf der Höhe des steil abfallenden rechten Isar-Hochufers. |
|
| Humboldtstraße 1893: Alexander von Humboldt (1769-1859), Naturforscher und Geograf; er begründete durch die Ergebnisse seiner Forschungsreisen in Südamerika (vor allem Mexiko und Kuba) die moderne Landeskunde (1799-1804); 1829 unternahm er eine Expedition ins asiatische Russland auf Anregung von Zar Nikolaus I.; ab 1830 begann er mit der Darstellung des gesamten Wissens seiner Zeit über die Erde und schrieb darüber "Kosmos, Entwurf einer physikalischen Weltbeschreibung" (1845-1862). |
|
| Imma-Mack-Weg 22.01.2009: Schwester Josefa Maria Imma Mack, geb. am 10.02.1924 als Josefa Mack in Möckenlohe (zwischen Eichstätt und Ingolstadt/Donau gelegen), gest. am 21.06.2006 in München, Ordensschwester der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in München. Ab Mai 1944 bis April 1945 hat sie unter Einsatz ihres Lebens Insassen des KZ-Dachau regelmäßig mit Nahrungsmitteln versorgt und mit geschmuggelten Briefen den Kontakt zwischen KZ-Insassen und deren Angehörigen aufrecht erhalten, obwohl sie wusste, dass darauf die Todesstrafe stand. Es handelt sich um die Wegeverbindung von der Franz-Prüller-Straße 5 zum Paulanerplatz 6. |
|
| Joseph-Holzer-Weg vermutlich 1988: Monsignore Dr. Joseph Holzer (1904-1957) war Stadtpfarrer von Maria Hilf in der Au. |
|
| Kegelhof 1857: Nach dem Kegelhof (Kögelhof), einem ehemaligen Anwesen, das zu der nach ihrem Besitzer benannten Kögelmühle gehörte. |
|
| Kegelhofweg Siehe Kegelhof ... |
|
| Kolumbusplatz 1916: Nach dem Entdecker Amerikas, Chistoph Kolumbus (span. Cristobal Colón, 1451-1506), dem genuesischen Seefahrer in spanischen Diensten, der 1492 auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien auf der Bahama-Insel Guanahani (San Salvador oder Samana Cay) landete; erst nach seinem Tode wurde die Tragweite seiner Entdeckungsreisen erkannt. |
|
| Kolumbusstraße 1893: Siehe Kolumbusplatz ... |
|
| Kreuzplätzchen 1857: An dieser Stelle soll ein zu Ehren des hl. Kreuzes erbautes und 1466 geweihtes Kirchlein gestanden haben. |
|
| Lilienstraße 1857: Nach ihrer Lage unterhalb des Lilienberges, auf dem sich seit dem 17. Jahrhundert (bis 1803) ein Frauenkloster und eine Kapelle befand. Siehe auch Am Lilienberg ... |
|
| Mariahilfplatz 1857: Nach der dortigen Mariahilfkirche, die als vierte Kirche an diesem Platz von 1831 bis 1893 von Joseph Daniel Ohlmüller erbaut und von Georg Friedrich Ziebland vollendet wurde; 1944 wurde sie bis auf die Außenmauern zerstört, dann Wiederaufbau 1952/53. Siehe auch Mariahilfstraße ... |
|
| Mariahilfstraße 1872: Siehe Mariahilfplatz ... |
|
| Nockherstraße 1857: Nockher hieß eine Münchner Bankiersfamilie im 18./19. Jahrhundert, deren Angehörige Jakob und Georg Nockher 1742 für arme Münchner ein Krankenhaus an der Blumenstraße erbauen ließen; die Familie besaß auf der Isarhöhe zwischen Au und Giesing eine 1903 abgebrochene Sommerresidenz (seit 1858 von einer Brauerei erworben und als Gartenwirtschaft betrieben), die dem Nockherberg den Namen gab. Siehe auch Am Nockherberg ... |
|
| Oefelestraße 1877: Felix Andreas Oefele (Öfele; 1706-1780), Bibliothekar und Historiker; war ab 1735 Erzieher und Lehrer der Prinzen Max und Clemens am Hofe von Kurfürst Karl Albrecht; ab 1746 Hofrat in München; Kurfürst Max III. Joseph übertrug ihm die Leitung der Hofbibliothek und die Aufsicht über das Antiquarium in der Residenz; Oefele war Mittelpunkt des Gelehrtenkreises, aus dem 1759 die Bayerische Akademie der Wissenschaften hervorging; er erwarb sich besondere Verdienst mit der Edition altbayerischer Geschichtsschreiber und hinterließ eine große Zahl ungedruckter Schriften, wie z. B. zehn Bände Lebensgeschichten der gelehrten Männer Bayerns (1723-1732). |
|
| Ohlmüllerstraße 1874: Daniel (Joseph Daniel) Ohlmüller (1791-1839), Architekt; hatte von 1819 bis 1830 unter der Oberleitung von Klenze die Aufsicht beim Bau der Glyptothek, wurde 1835 Regierungsbaurat; war der Erbauer der neugotischen Mariahilfkirche in der Au (1831-1839), von Ziebland vollendet); beteiligt an der Wiederherstellung von Schloss Hohenschwangau; König Ludwig I. ließ seine Büste in der Rumeshalle über der Theresienwiese aufstellen. |
|
| Paulanerplatz 1857: In Erinnerung an das ehemalige Paulanerkloster am Neudeck (zwischen 1660 und 1665 erbaut, 1799 aufgehoben), auch durch den jährlichen Ausschank des Starkbiers "Salvator" bekannt. |
|
| Pilgersheimer Straße 1856: Pilgersheim ist eine abgewandelte Bezeichnung für das Schlösschen Pilgramsheim, das sich der Hofbankier Anton von Pilgram 1785 in Giesing erbauen ließ. |
|
| Pöppelstraße 1878: Johann Michael Pöppel (gest. 1763), Privatlehrer; gründete ein Waisenhaus. |
|
| Quellenstraße 1857: Nach den vielen aus dem dortigen Isarhang hervorsprudelnden Quellen. |
|
| Rablstraße 1898: Hermann Rabl (1778-1848), Stadtpfarrer an der Mariahilfkirche in der Au, die 1831 bis 1839 durch seine Initiative und unter finanzieller Mithilfe von König Ludwig I. und von Auer Bürgern gebaut wurde. |
|
| Regerplatz 1899: 1) Max Reger (1816-1884), Stadtpfarrer in der Pfarrkirche Maria-Hilf in der Au. 2) Max Reger (1873-1916), Komponist; lebte ab 1901 in München, wurde 1905 Lehrer für Orgel und Komposition an der Akademie der Tonkunst in München, ab 1907 Professor in Leipzig; sein umfangreiches Werk, an Bach orientiert, von Brahms beeinflusst, umfasst alle musikalischen Gattungsbereiche außer der Oper. Siehe auch Regerstraße ... |
|
| Regerstraße 1899: Siehe Regerplatz ... |
|
| Riggauerweg 1927: Konrad Riggauer (1853-1927), Landesgewerberat, langjähriger Gemeindebevollmächtigter, Magistrat und Stadtrat in München für die Zentrumspartei bzw. die BVP (von 1893-1927). |
|
| Ruhestraße 1857: Nach dem Verlauf der Straße, die früher zum östlichen Auer Friedhof führte. |
|
| Sammtstraße 1854: Nach dem Sammt- (Sammet, Samt) und Purpurwebern aus der Tuchmannszunft. |
|
| Sankt-Wolfgangs-Platz 1918: Nach der St.-Wolfgangs-Pfarrkirche in Haidhausen (erbaut 1915 bis 1920); der hl. Wolfgang (924-994) war im 10. Jahrhundert ein bedeutender Reformbischof in Regensburg, einer der volkstümlichen Heiligen in Süddeutschland, zählt zu den Vierzehn Nothelfern (Vieh- und Feuerpatron, Wetterheiliger). |
|
| Schlotthauerstraße 1877: Joseph Schlotthauer (1789-1869), Maler und Lithograf; half bei der Herstellung der Fresken in der Glyptothek (im Zweiten Weltkrieg zerstört); 1831 Inspektor der Münchner Akademie der Bildenden Künste; hat u. a. das Pompeianum in Aschaffenburg ausgemalt. |
|
| Schmedererweg 1928: Schmederer hieß eine Münchner Brauerfamilie des 19. und 20. Jahrhunderts; Besitzer der Paulaner-Salvatorbrauerei; betätigten sich als Stifter und Wohltäter; Max Schmederer (1854-1917) stiftete seine umfangreiche Krippensammlung dem Bayerischen Nationalmuseum. |
|
| Schornstraße 1898: Karl Schorn (1803-1850), Maler; ab 1827 in München, von 1847 an Professor an der Akademie der Bildenden Künste; malte Genrebilder, historische Darstellungen ("Wiedertäufer zu Münster", 1843-1845) und Monumentalbilder; von ihm stammen die allegorischen Figuren über den Bogenpfeilern der Münchner Hofgartenarkaden. |
|
| Schwalbenstraße 1906: Nach den Schwalben, Zugvögel aus der Familie der Sperlingsvögel, die von April bis September hier heimisch sind. |
|
| Schwarzstraße 1878: Christoph Schwarz (Schwartz; um 1545-1592), Maler; arbeitete für die herzogliche Residenz und die Jesuitenbauten von Herzog Wilhelm V. von Bayern, wiederholt auch in Landshut beschäftigt (1584-1589); er schuf zahlreiche nicht erhaltene Fresken an Fassaden von Münchner Bürgerhäusern, die ihn berühmt machten; er war einer der erfolgreichsten Wegbereiter für die italienische Hochrenaissance in Süddeutschland; von ihm stammt das Altarbild am Hauptaltar der Michaelskirche in München (1586-1590), weitere Altarbilder von ihm befinden sich in der Alten Pinakothek in München und im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. |
|
| Schweigerstraße 1899: Schweiger hieß eine bekannte Münchner Schauspielerfamilie im 19. Jahrhundert, aus der u. a. Komiker und Theaterdirektoren hervorgingen; Mitglieder der Familie betrieben Volksbühnen vor dem Karlstor, in der Lilien- und Kolosseumstraße. |
|
| Schwester-Eubulina-Platz 2000: Schwester Maria Eubulina (1900-1986) hieß mit bürgerlichem Namen Walburga Wegerer; 1919 trat sie ins Kloster und wurde 1924 ins Adelgundenheim in München/Au berufen; im 2. Weltkrieg versteckte sie vier jüdische Kinder vor den SS-Kontrollen. |
|
| Senftlstraße 1898: Senftl hieß eine Münchner Bürgerfamilie, zu der u. a. der Kirchenpropst Otto Senftl (1434-1468) gehörte. |
|
| Sieboldstraße 1908: 1) Karl Theodor Ernst von Siebold (1804-1885), Arzt und Zoologe; er erarbeitete die Grundlagen der Systematik und vergleichenden Anatomie der wirbellosen Tiere, erkannte die Einzeller als selbständige Gruppe und entdeckte die Jungfernzeugung bei Insekten; er war Professor für Physiologie und vergleichende Anatomie an der Universität München; Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 2) Philipp Franz Jonkheer von Siebold(1796-1866), Vetter von 1), Japan-Forscher; war als Arzt in Niederländisch-Ostindien tätig, kam 1823 bis 1830 und 1859 bis 1862 nach Japan; er forderte die Einführung europäischer Wissenschaften in das damals noch weitgehend abgeschlossene Japan; Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. |
|
| Simon-Knoll-Platz 1928: Simon Knoll (1828-1907) war Geistl. Rat und Stadtpfarrer der Mariahilfkirche in München. |
|
| Sommerstraße 1894: Nach der Jahreszeit Sommer. |
|
| Tassiloplatz vermutlich um 1900: Tassilo war der Name dreier bayerischer Herzöge aus dem Geschlecht der Agilofinger; 1) Tassilo I. (gest. um 610) wurde von Frankenkönig Childebert II. in Bayern als "rex" eingesetzt, gewann für Bayern Gebiete in Südtirol. 2) Tassilo II. (8. Jahrhundert), in einer Salzburger Quelle erwähnt; 3) Tassilo III. (um 742-794) wollte sich von der Oberherrschaft des Frankenkönigs Karl des Großen freimachen, wurde von ihm 785 abgesetzt, verlor 788 sein Herzogtum und starb in der Verbannung; er gilt als Gründer der Klöster Kremsmünster, Innichen, Mattsee, Wessobrunn, Münchsmünster, Weltenburg, Chammünster, Chiemsee und Gars. |
|
| Taubenstraße 1898: Nach den Tauben, einer artenreichen Vogelfamilie. |
|
| Weilerstraße 1898: Die Weiler (Weyler) von Garatshausen (Tutzing) waren ein reiches und angesehenes Münchner Patriziergeschlecht des 15./16. Jahrhunderts. |
|
| Welfenstraße 1898: Nach den Welfen, dem deutschen Herrschergeschlecht, das 1070 bis 1180 mit Unterbrechungen die Herzöge von Bayern stellte; dem Welfenherzog Heinrich XII. dem Löwen verdankt München seine Gründung (1158). |
|
| Wilhelm-Herbert-Weg 1965: Wilhelm Herbert, eigentlich Wilhelm Mayer (1863-1925), Landgerichtspräsident in München; wurde auch "Vergleichsmayer" oder "Der dichtende Amtsgerichtsdirektor in der Au" genannt; um die Jahrhundertwende war er als "guter" Richter und Schriftsteller bekannt. |
|
| Zacherlweg 1928: Franz Xaver Zacherl (1772-1849), Bierbrauer; übernahm 1806 die Paulaner Klosterbrauerei in Pacht und kaufte sie 1813 mit allen "Zugehörungen und anhaftenden Rechten", auch dem Privileg des Salvatorausschanks; 1826 kaufte er auch den Spöckmeierbräu in der Rosengasse (s. Rosenstraße). |
|
| Zeppelinstraße vermutlich 1906: Ferdinand Graf von Zeppelin (1833-1917), General der Kavallerie und Erfinder des nach ihm benannten motorbetriebenen und lenkbaren Starrluftschiffes, an dessen Verwirklichung er seit 1874 arbeitete; am 2 Juli 1900 stieg das erste Luftschiff von Friedrichshafen aus auf, im April 1909 landete der erste Zeppelin in München; Ehrenbürger der Stadt München. |
|
| Zita-Zehner-Platz 2000: Zita Zehner (1900-1978), Landwirtschaftslehrerin; Mitglied des Katholischen Frauenbundes (1927-1933); nach der Machtübernahme Hitlers (1933) wurde der Katholische Frauenbund verboten und Zita Zehner kurzzeitig (1935) inhaftiert; 1938 gründete sie ein Lebensmittelgeschäft in Haidhausen und konnte in den Hungerjahren vielen helfen; 1945 wurde sie von der amerikanischen Militärregierung in den Münchner Stadtrat berufen; als demokratisch gewählte Stadträtin (26. Mai 1946 bis 1947) der CSU war sie Mitbegründerin der Frauenunion; am 1. Dezember 1946 wurde sie mit der 5-höchsten Stimmenzahl aller CSU-Bewerber in den Bayerischen Landtag gewählt; bis 1970 war sie Landtagsabgeordnete und in dieser Zeit Schriftführerin im Parlament und im Vorstand der CSU-Fraktion des Bayerischen Landtags und galt als "Schutzengel im bayerischen Parlament"; nach ihrer Rückkehr ins Privatleben betrieb sie eine Fremdenpension "Haus Maria" in Birkenstein, dem Wahlfahrtsort nahe Fischbachau bei Bayrischzell. |
|
| Literaturhinweis: Hans Dollinger, Münchner Straßennamen © 1999 Südwest Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH (Südwest Verlag; ISBN 3-517-06115-8) www.suedwest-verlag.de |
|
*** |
|
| Die Beschreibung für Imma-Mack-Weg, Schwester-Eubulina-Platz und Zita-Zehner-Platz wurde der städtischen Veröffentlichung bei der Straßenneubenennung entnommen. | |










