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Florian PRONOLD

Seehofers Versprechen unglaubwürdig

Zur Ankündigung des CSU-Vorsitzenden Seehofer einen Lagerwahlkampf über Steuersenkungen führen zu werden, erklärt der Vorsitzende der BayernSPD und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Florian Pronold:  

"Seehofer hat in der Finanzpolitik komplett die Orientierung verloren. Bis vor zwei Monaten lieferte er sich einen Wettlauf mit der FDP, wer die unseriösesten Steuersenkungsversprechen abgeben kann. Dann verwandelte er sich kurzfristig zum Supersparkommissar und wollte Bayerns Schulden brutalstmöglich abbauen.

Jetzt ist er wieder vom Paulus zum Saulus konvertiert und verspricht erneut Steuergeschenke für alle - natürlich ohne Rücksicht auf die Staatsverschuldung. Sogar einen Lagerwahlkampf will er mit seinen Klientelgeschenken auf Pump führen: Die Wiederholung der Wahlbetrugskampagne von 2009. Gleichzeitig Steuergeschenke zu verteilen, wichtige Investitionen zu tätigen und Schulden zu tilgen, ist nicht möglich. Seehofer hat dem Freistaat Bayern bisher nur neue Schulden aufgebürdet.

In den letzten zwei Jahren konnte er sich über riesige Steuermehreinnahmen freuen, trotzdem hat die Seehofer-Regierung die Verschuldung des Freistaats weiter erhöht. Die CSU kann nicht mit Geld umgehen, nicht mal mit Steuermehreinnahmen. Das ist aber noch kein Grund, auf Staatseinnahmen zu verzichten und die Verschuldung Bayerns weiter in die Höhe zu treiben.

Die bayerische SPD steht für eine seriöse Finanzpolitik im Freistaat. Wir werden keine unhaltbaren Steuersenkungen versprechen. Die Folgenbeseitigung der Bekämpfung der Finanzkrise passt mit Steuersenkungen nicht zusammen. Wir werden Schulden abbauen, auch durch die Verbesserung der Einnahmeseite des Staates. Sonst sind wichtige Zukunftsinvestitionen für Bildung, Forschung und Infrastruktur nicht mehr möglich."

Florian PRONOLD

Seehofer spielt Währungsspekulanten
in die Hände

Mit Blick auf die jüngsten Äußerungen des CSU-Vorsitzenden zur Europapolitik erklärt Florian Pronold, Vorsitzender der BayernSPD und stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion: „Horst Seehofers Nervosität kennt offenbar keine Grenzen! Jetzt fordert er eine Volksabstimmung über den Euro. Sind das auf einmal basisdemokratische Anwandlungen bei der CSU? Wohl kaum.

Nicht an den Worten, an den Taten sollt ihr sie erkennen! Im Herbst hat Seehofer den SPD-Vorschlag für mehr Bürgerbeteiligung bei Infrastruktur-Projekten kopiert. Geliefert hat er bis heute nichts. Trotz vollmundiger Ankündigung. Die CSU hat in den letzten Jahren jeden Vorstoß der SPD im Bundestag abgelehnt, Volksentscheide ins Grundgesetz aufzunehmen.

Nachdem ihm Angela Merkel gerade bei der Griechenland-aus-Europa-werfen-Nummer mal wieder im Regen stehen gelassen hat (Motto: Wer braucht in Berlin schon noch die CSU), wird er noch panischer. Im Bundestag stimmt die CSU bei der Euro-Rettung allem zu. Und in München tut Seehofer so, als hätten sie damit nichts zu tun. Was für ein peinlicher Populist! Und es ist auch nicht hilfreich. Denn nur ein starkes und einiges Europa kann ein Bollwerk gegen die Währungsspekulanten bilden, denen Seehofer gerade wieder in die Hände spielt.“

Ismail ERTUG

Anti-europäischer Populismus: Seehofers Vorschlag zu Volksabstimmung rein taktisch motiviert

13.02.2012 - Zu den Vorschlägen des bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer, über Maßnahmen zur Euro-Rettung Volksabstimmungen abzuhalten, erklärt der SPD-Europaabgeordnete für die Oberpfalz und Niederbayern, Ismail Ertug:

„Seehofers Vorschläge sind plumper, anti-europäischer Populismus. Die CSU verweigert sich seit Jahren jeder Initiative in Deutschland auf Bundesebene Volksabstimmungen zu ermöglichen, aber plötzlich soll das Volk entscheiden dürfen, ob Finanzhilfen an andere Staaten geleistet werden. Nur weil Seehofer meint, eine Stimmung erkannt zu haben, die ihm und der CSU nützen könnte, hängt er sein Fähnchen in den Wind.

Der Ministerpräsident gibt damit das Haushaltsrecht, das ureigenste aller parlamentarischen Rechte auf, das überall vor dem Zugriff von Plebisziten geschützt ist – im Übrigen auch in Bayern.

Wir brauchen in dieser Krise keine Vorschläge, die nationale Egoismen absichern und die europäische Gemeinschaft spalten. Die Antwort auf diese Krise, von der Deutschland sogar profitiert, muss mehr europäische Solidarität sein. Die einseitige Forderung nach immer neuen Sparmaßnahmen lässt Staaten wie Griechenland nie mehr auf die Beine kommen und weite Teile der Bevölkerung verarmen. Ein „Marshall-Plan“ für Griechenland wäre flankierend die bessere Lösung, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und die Finanzprobleme über Wachstum zu lösen.“

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